Beim Upcycling werden Abfallprodukte oder nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Der begriff ist abgeleitet von Recycling, bedeutet jedoch eine Aufwertung des Produktes. Dies reduziert die Verwendung von Rohstoffen. 

Upcycling – der Trend bei der Inneneinrichtung

Es ist zwar kein ganz neuer Trend mehr, es erfreut sich dennoch großer Beliebtheit: Das Upcycling. 

Paradigmatisch für das Upcycling ist die Europalette, die in allen möglichen Formen Einzug in die Inneneinrichtung gehalten hat.

 

 

Baumstammtisch
Baumstammtisch

© wohnsektion

Do it Yourself

Speziell die Bearbeitung von Paletten ist nicht nur ein Paradebeispiel für den Upcycling-Trend, sondern auch für den Do It Yourself (DIY)-Trend. Dabei werden mit Paletten alle möglichen kreativen Wohnideen umgesetzt. So eignen sich Europaletten etwa als Unterkonstruktion für ein Bett, für Emporen aller Art oder für den Bau eines Sessels oder eines Sofas.

Meistens kommen hierfür Europaletten zum Einsatz, denn sie sind sehr stabil und genormt. Bei den Europaletten kann man sich darauf verlassen, dass eine Palette so hoch (14,4 cm), so breit (80 cm) und so lang (120 cm) ist wie die andere und sie deshalb problemlos kombiniert werden können. Wie stark man die rohen Holzoberflächen bearbeitet, bleibt dabei dem Einzelnen überlassen.

Wie bei allen Holzgegenständen für die Inneneinrichtung sollte man sie aber gut abschleifen, um keine Verletzungen zu riskieren. Wer möchte, kann sie danach einölen, mit Harz behandeln, streichen oder lackieren. Wenn es etwas anspruchsvoller sein soll, reichen bereits wenige Schnitte mit einem Fuchsschwanz, einer Stich- oder Kappsäge, ein paar Schrauben und Leim, um Tischbeine oder Halterungen aller Art anzufertigen.

Obwohl Europaletten scheinbar oft herrenlos herumstehen, darf man sie nicht einfach mitnehmen, denn sie haben einen Pfandwert und daher in den meisten Fällen auch einen Besitzer. Bei Logistikunternehmen finden sich häufig günstige Kaufangebote für gebrauchte Europaletten und mittlerweile führen auch einige Baumärkte und Einrichtungshäuser vorbehandelte Europaletten.

Rückkehr offener Holzoberflächen

Die Palettenmöbel sind aber nicht nur wegen ihres umweltfreundlichen Upcyclings voll im Trend, sondern auch, weil Holz als Baustoff ein großes Comeback erfährt. Lange Zeit wurde Holz hinter Plastik oder unter einer dicken Schicht Lack versteckt – zurzeit ist bei der Inneneinrichtung kaum etwas so beliebt wie unbehandeltes oder wenig behandeltes Holz. Offene Holzoberflächen vereinen den Nachhaltigkeitstrend mit dem Vintagetrend, der im Moment die 60er- und 70er-Jahre wieder aufleben lässt. 

Zu beobachten ist dieser Trend nicht nur bei den Palettenmöbeln, die das Flair der 1968er versprühen, sondern auch bei Kratzbäumen für Katzen, Schränken, Regalen und besonders bei Tischplatten. Ausgeschnittene Baumscheiben dienen nicht nur als Schneidebretter, sondern auch als Tischplatten, die auf beeindruckende Weise Rustikalität mit Eleganz und Hochwertigkeit verbinden. 

Mit „Do It Yourself“ wird es hier allerdings schwierig, wenn mehrere Meter dicke Baumstämme aufgeschnitten werden müssen. Das überlässt man doch besser den Profis aus der Holzbranche. Dort kann man Tischplatten nach Maß aus Massivholz oder gleich den ganzen Tisch und andere Möbelstücke erwerben.

Diesen Trend zurück zur Wertigkeit und zur Ästhetik der offenen Holzoberflächen lassen sich Verbraucher einiges kosten, denn mit dem zusammen geleimten Fichtenbrett kann weder die nötige Rustikalität noch die glatte Eleganz echter Harthölzer erzeugt werden. Für Kratzbäume oder Regale aus echten Baumästen oder für massive Holzscheiben müssen in der Regel einige Hundert bis hin zu mehreren Tausend Euro ausgegeben werden.

Minimale Behandlung notwendig 

Wer dem DIY-Trend treu bleiben möchte, muss zunächst an das Rohholz gelangen. Man kann versuchen, in Schreinereien, im Holzhandel oder direkt beim Sägewerk fündig zu werden, aber es gibt keine Garantie, dass man das erträumte Stück auch wirklich findet.

Hat man es geschafft, ein geeignetes Holz zu finden und möchte man die Oberfläche möglichst offen und unbehandelt zur Schau stellen, reicht eine minimale Behandlung aus, um zumindest in Innenräumen lange Freude an dem rustikalen Stück zu haben.

Absolut notwendig ist lediglich das sehr gute Abschleifen des Holzes. Belässt man es dabei, bleiben allerdings die Poren des Holzes geöffnet und Feuchtigkeit, Fettdunst und alles, mit dem das Holz sonst noch in Berührung kommt, können ungehindert eindringen. Es empfiehlt sich daher, das Holz zumindest einzuölen oder mit Harz zu behandeln, um die Oberfläche zu schützen. Handelt es sich um einen Gebrauchsgegenstand wie ein Schneidebrett, der regelmäßig angefasst wird – ja auch der Handschweiß kann zu gräulichen Flecken führen – oder gar als Tischplatte dient, empfiehlt sich eine abschließende Versiegelung mit Klarlack.

 

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