Ein Zaun ist eine Abgrenzung, die meist aus Metall, Holz oder Kunststoff besteht. Eine Abgrenzung aus Stein oder Beton wird Mauer genannt. Mit beiden werden menschen­gemachte Grenzen kenntlichgemacht und teilweise gesichert. Tiere und Menschen können auf diese Weise vom unerwünschten Betreten abgehalten werden. Manchmal erfüllen Zäune lediglich einen dekorativen Zweck.

 

Rechtliches

Der juristische Oberbegriff für Zäune und Mauern, mit denen Nachbar­grundstücke voneinander abgegrenzt werden, heißt Einfriedung. Hecken oder andere Pflanzen, die für die Abgrenzung von Grundstücken verwendet werden, zählen hingegen rechtlich nicht als bauliche Einfriedung. Es gibt verschiedene Regelungen, die in Bezug auf Einfriedungen beachtet werden müssen. Ab einer bestimmten Höhe des geplanten Zauns, ist eine Baugenehmigung notwendig. Diese Höhe kann jedoch von Bundesland zu Bundesland variieren. In Niedersachsen dürfen beispielsweise Zäune mit einer Höhe von bis zu 1,20 Meter ohne Baugenehmigung errichtet werden. Die jeweiligen landesrechtlichen Vorgaben können bei der Baubehörde erfragt werden. Darüber hinaus gilt es in einigen Bundesländern nachbarschafts­rechtliche Vorgaben zu beachten. Ob ein Grundstück eingefriedet werden muss oder nicht, ist ebenfalls unterschiedlich in den verschiedenen Bundesländern geregelt. Damit eine gesetzliche Einfriedungs­pflicht entsteht, muss der unmittelbare Nachbar zuerst sein sogenanntes Einfriedungs­verlangen erklären. Dieses kann in schriftlicher Form, aber auch mündlich erfolgen. In manchen Bundesländern, darunter Hamburg, Bremen, und Sachsen muss allerdings auch dann kein Zaun errichtet werden. Ist nur einer der Nachbarn einfriedungspflichtig, muss der Zaun entlang der Grundstücksgrenze verlaufen und muss auch nur von diesem Nachbarn gezahlt und gepflegt werden. Sind jedoch beide Nachbarn einfriedungs­pflichtig, wird der Zaun direkt auf der Grundstücks­grenze errichtet und beide Parteien sind gleichermaßen dafür verantwortlich.

 

Arten von Zäunen

Es gibt viele verschiedene Arten von Zäunen. Weit verbreitet sind zum Beispiel Maschendraht­zäune. Sie bestehen aus Pfosten und Drähten, die zu Maschen verflochten sind, sind günstig und können flexibel verwendet werden, bieten allerdings keinen Sichtschutz. Im Privatbereich sind Maschendraht­zäune häufig mit dunkelgrünem Kunststoff ummantelt, um optisch ansprechender zu sein. Der Staketenzaun ist die Urform des Zauns und erfreut sich heute noch großer Beliebtheit. Dieser Vorläufer des Lattenzauns besteht aus länglichen Holzstangen, deren Querschnitt rohrförmig oder quadratisch ist. Die einzelnen Staketen werden mit einem verzinkten Draht verbunden. Lamellenzäune zeichnen sich dadurch aus, dass sie für einen guten Wind- und Sichtschutz sorgen. Sie bestehen meist aus Holz oder Verbund­werkstoffen, doch auch Modelle auch Aluminium sind erhältlich. Der Jägerzaun ist sehr traditionell und wird gerne genutzt, um den Garten einzuzäunen. Bei diesen Zäunen werden die Holzlatten über Kreuz miteinander verbunden. Sie sind vergleichsweise niedrig und bieten deshalb nur geringen Schutz vor Eindringlingen. Ein Zaun, der einer Mauer sehr ähnelt, ist der Gabionenzaun. Hierbei handelt es sich um einen Zaun, der aus einem Gitterkorb besteht, welcher mit Steinen befüllt wird. Darüber hinaus gibt es viele weitere Arten, die sich in Optik, Material und Zweck unterscheiden. Mit einem Zaunplaner kann leicht ermittelt werden, welche Komponenten für den Wunschzaun benötigt werden. Bevor man einen Zaun errichtet, sollte man jedoch seinen Nachbarn immer im Vorfeld informieren und gegebenenfalls in die Planung miteinbeziehen. Die Grundstückseinfriedung wird häufig zum Streitpunkt, der sogar vor Gericht enden kann.